Diese Kurzgedicht von Ikkyû Sôjun bringt wunderbar das ewige Dilemma des modernen Menschen auf den Punkt. Wir streben und drängen, um ein Hindernis nach dem anderen zu überwinden, eine Sackgasse nach der anderen zu durchbrechen, immer mit der Vorstellung, dass es danach besser wird. Immer in der Hoffnung, dass die nächste Straße keine Sackgasse sein wird, dass nach dem nächsten Hindernis keines mehr kommt, dass wir endlich in unserem Idealzustand ankommen.

Dabei wissen wir eigentlich, dass dieser Idealzustand nie erreicht werden kann. Jede Lebensphase die wir durchlaufen wird immer eine kleine Sackgasse sein und einige stimulierende Steine und Dornen für uns bereit halten.

Bei all dem Streben vergessen wir wieder und wieder den Moment, die süße Litschi, die uns zu Füßen liegt. Einfach nur im Moment umschauen. Doch unser Blick ist so weit nach vorne in unsere Ideal-Vorstellung gerichtet, dass wir die Früchte zu unseren Füßen selten sehen.

Deshalb: Lass die süße Litschi auf deiner Zunge gleiten.